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Projekt Hier möchte ich alt werden Potsdam-Mittelmark auf
dem Weg |
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Arbeitsgruppen der Planregion 4
Arbeitsgruppe Sinn/Freude/Kreativität
Die ursprüngliche Planung, Frau Günthers Wandergruppe aus Brück auf dem Sensthof in Reetz zu empfangen, wird ein Treffen von Beteiligten der Arbeitsgruppe und zwar am 4. Juli.
Frau Günther und Herr Wankmüller stellen sich folgenden Ablauf vor:
14:45: Ankunft der ersten
Besucher aus Brück: Begrüßung mit Kaffee und Kuchen.
15:30: Rundgang durch das Hofgelände. Dabei Geschichte des Sensthofes und
Erklärung der Sensthofprojekte.
16:30: Das Backofenfeuer wird angezündet
Gemeinsames Vorbereiten von Salat, Pizzen und Kuchen.
18:00-19:00: Einschießen und Backen und genießen der Pizzen.
Ab 19:00: Gespräche und Kultur: Was wollen wir sog. Senioren bewegen
(Lebenssinn), wie wollen wir es tun (Kreativität) damit Freude entsteht?
Geschichte von Reetz in Kurzform (siehe Chronik); Beiträge von
Gedichten etc. von den anwesenden "Kulturschaffenden";
Ab 20:00: Lagerfeuer und Lieder (bitte eigene Lieder mitbringen).
Für Essen und Trinken ist gesorgt. Wer einen Wein trinken möchte, sollte ihn mitbringen. Der Sensthof selbst verzichtet auf Alkohol im Keller. Jeder kann kommen und gehen, wie es ihm gefällt.
Einen subjektiven Eindruck von dem Ereignis zeigt der Tagebucheintrag vom Gastgeber Dieter Wankmüller:
Freitag, 4. Juli 2008, 14 Grad am Morgen; 18 Grad am Mittag; Regen die ganze Nacht bis Mittag. Dann bedeckt und ab 16:00 sonnig.
Motto des Tages: "Wir feiern
den großen Regen"
Aufgaben: Backhausfestes für die Seniortrainerbewegung.
8:00: Rundgang mit Regenschirm: Die Natur erholt sich im Regen. Die Zisterne ist
wieder gut gefüllt. 3 große Zucchinis geerntet.
10-12:00: 1,6 kg Pizzateig + 4 verschiedenen Pizzabeläge hergestellt.
13:00: Der Himmel meint es gut zu uns: der Regen hört auf. Himbeeren gepflückt
und 2 Kuchen gebacken.
Tischplatten in den Hof gestellt und Stühle; Geschirr rausgetragen.
14:45: Klaus Zschech und Dorothee Bornath kommen. Kurz darauf die Frauengruppe
aus Brück und Herr Stibitz aus Borkheide. Sie bringen Wein und Kaffee mit und
Frau Günther eine selbstgezogene Sonnenblume im Topf. Während ich Kaffee koche,
schwärmt der Besuch aus und schaut sich die Umgebung an. Eine muntere
Kaffeegesellschaft agiert im Innenhof.
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Ingelor Schwarz aus Lübnitz und ihre Freundinnen Dietlind
Helm und Irmgard erscheinen im Hof und bringen einen selbst erzeugten
Holunderblütensirup und Schokolade mit.
Sie bekommen die letzten drei Kuchenstücke.
16:30: Backhaus wird angezündet;
Wir machen einen Rundgang durch das Sensthofgelände bis zum Feldweg.
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Herr und Frau Mihm erscheinen zu meiner Überraschung. Ich hatte keine Zeit, ihre heutige Email zu lesen. Sie bringen ausgewählte Weine mit.
17:30: Ich lade zum Vorbereiten der Pizza ein: Es entsteht ein hoch effizientes Küchenteam, das in kurzer Zeit ein Serie von 6 Pizzen und einen Zucchinisalat produziert. Ich brauche nur eine kurze Einweisung zu geben und die Pizzaböden zu wellen und alles geht wie am Schnürchen. Eine wunderbare Erfahrung mit den gestandenen Hausfrauen zusammenzuwirken.
Die Ofenwärme stimmt nach ca. 1,5 Stunden Holzfeuer und die
Pizzen kommen nach ca. 10 Minuten Backzeit wie gemalt aus dem Backofen. Es gibt
die Varianten: Pizza Reetz, Pizza Aurora (ohne Zwiebeln), Pizza Elsaß.
Es gibt viel Lob und Anerkennung.
Ein besseres Essen als Pizza mit Salat und Rotwein ist für mich kaum
vorstellbar.
Um 19:00 müssen die fünf Brücker Frauen und Herr Stibitz abreisen und sie lassen mich spüren, daß sie ein paar schöne Stunden erlebt haben.
Wir produzieren noch eine Serie von 4 Pizzen. Herr Mihm
übernimmt meine Wellholzrolle und ich stelle fest: es geht auch ohne mich.
Beim Essen etwas Kultur: Herr Zschech liebt Zitate von Kästner. Irmgard ist
Märchenerzählerin. Ihre Geschichte von der chinesischen Prinzessin, die nur mit
einer blauen Rose zu haben ist, zeigt mir, daß das scheinbar Unerreichbare mit
der Liebe zu erreichbar wird.
Ich rezitiere zwei meiner Versbasteleien – "An Reetz " (siehe unten) und "Weinerts Walnußbaum".
Aufbruch um 20:30: Dorothee verabschiedet sich mit dem Spruch: "Nicht der Fluß fließt, sondern das Wasser. Nicht das Leben vergeht, sondern die Zeit". Herr Zschech und ich sind der Meinung, daß wir die Reetzer Ziegelei auf die zukünftige Tagesordnung setzen sollten.
Mihms helfen mir noch beim Aufräumen. Dann kehrt wieder
Ruhe ein. Ich setze mich mit einem Glas Wein vor das geöffnete Backofengewölbe,
lasse die strömende Wärme auf mich wirken und hänge meinen Gedanken nach. Ich
denke, es war ein sehr schöner Nachmittag mit Menschen aus dem Hohen Fläming,
die sich etwas zu sagen haben.
Wer weiß, was aus Herrn Zschechs Experiment "Hier möcht ich alt werden" noch
wird?
An Reetz
Wo hat es mich da hin verschlagen
in meinen späten Lebenstagen?
Ein einsam Dorf am Rand der Mark
wurde mein Glück - und macht mich stark.
Denn, wer hier lebt, entwickelt Kräfte,
muß stärker sein als Flämings Mächte.
Es prüft des Hohen Fläming Geist
ein jeden, der hier zugereist.
Und wer von ihm zu leicht gewogen,
verliert, zerbricht, ist weggezogen.
Doch wer ihm trotzt mit großem Mut,
erwirbt von ihm Haus, Hof und Gut.
Dem ist der Geist dann zugetan.
Muß wissen nur, wie stell ich's an,
daß er sich zeigt mit seinem Rate.
Damit er bleibt des Glückes Pate.
Nun sage mir, wie find ich ihn?
Such ihn in deines Dorfes Linde.
Leg ab den Panzer um dein Herz.
Schau mit den Augen gleich dem Kinde.
Blick zu den Wolken himmelwärts.
Flieg mit des Kirchturm's Falken übers Land.
Schau auf die Fluren und die Wälder.
Sie alle sind des Flämings Pfand.
Er gab sie Dir zur Pflege in die Hand.
Zeig Fläming, daß Du liebest seine Felder
und du erwirbst des Glückes goldne Band.
(Dieter Wankmüller am 25.12.2007)